Und weitere Neuigkeiten aus der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kreisverband Darmstadt und Kreis Darmstadt-Dieburg
Bauvorhaben der HEAGmobilo gefährdet den wichtigen Bessunger Grüngürtel
Das Darmstädter Ludwigshöhviertel wächst und bietet immer mehr Menschen Wohnraum. Die Gestaltung des Quartiers berücksichtigt Plätze für Freizeitaktivitäten im Freien, manche Freiflächen auch für die Umwelt. Dennoch: Die Wohnbebauung ist sehr dicht und an heißen Tagen wie zuletzt, ist das Klima spürbar wärmer als in anderen Vierteln der Stadt. Noch sorgt der verbliebene Wald rings um das Ludwigshöhviertel, trotz der vielen sichtbar geschädigten Bäume, für etwas Kühlung. Auch der zwischen dem Lincoln- und Ludwigshöhviertel gelegene Bessunger Grüngürtel mit dem Naturschutzgebiet Bessunger Kiesgrube in der Mitte, gehört dazu. Ein Bau der geplanten, sogenannten Straßenbahndurchbindung entlang der Cooperstraße hinunter zur Heidelberger Landstraße wird erhebliche Auswirkungen auf Wald und Klimaschutz nach sich ziehen. Dies prognostizierte Prof. Dr. Arnulf Rosenstock in seinem Vortrag „Klima – Umwelt – Zukunft“ bei den Naturfreunden Darmstadt. Zur Veranstaltung eingeladen hatten unter anderem die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Umweltgewerkschaft Darmstadt, BI Waldverteidigung Bessungen Süd und die BI Pro Walderhalt. „Die geplante ÖPNV-Verkehrsführung durch das Ludwigshöhviertel ist nicht nur aus der Sicht des Naturschutzschutzes problematisch, sondern ebenso aus stadtplanerischer Sicht“, so der frühere Leiter des Forstamts Darmstadt. Zumal die Stadt Darmstadt den Bessunger Grünzug um die Haltestelle Marienhöhe als schützenswerten Klima- und Landschaftsschutzgürtel ausgewiesen hat.
HEAGmobilo-Visualisierung: Keine ausreichende Grundlage für Beschluss in der StaVo
Die Visualisierung der HEAGmobilo (https://anbindung-lhv.de/) zum geplanten Streckenverlauf der Straßenbahn, die zum Einstieg in das Thema vorgespielt wurde, nannte Prof. Dr. Arnulf Rosenstock eine geschönte Darstellung. Sie sei als Grundlage für einen Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung nicht geeignet. Zumal auf wesentliche Tatbestände und Konflikte nicht hingewiesen wurde: In unmittelbarer Nähe der geplanten Baumaßnahme befindet sich ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet: nämlich die Bessunger Kiesgrube. Schon jetzt wurde der verbliebene Wald nördlich der Cooperstr. durch den Bauumgang, der den Bodenwasserhaushalt verwüstet hat, empfindlich gestört. Die Randschäden westlich unterhalb der Merkurstraße sind nicht zu übersehen. Zudem wurden Bäume oberhalb des ehemaligen Offiziersheims an der Cooperstraße illegal gerodet. Weil der Waldmantel nun fehlt, zeigen die verbliebenen Bäume Kronenschäden und Sonnenbrand.
In seinem Vortrag verfolgte er die geplante Strecke Stück für Stück mit eigenem Fotomaterial: Beginnend in der Ludwigshöhstraße zwischen Moosbergstraße und Landskronstraße machte Prof. Dr. Arnulf Rosenstock – der übrigens seinerzeit in Stadtplanung promovierte – darauf aufmerksam, dass die vorgesehenen Strommasten für die künftige Straßenbahnfrequentierung zusätzlich Raum auf Kosten der Fußgänger auf dem Bürgersteig erfordern werden. „Der ohnehin schmale Fußweg wird dadurch nochmals verengt.“
Hinter der Landskronstraße erinnert die einseitige Kastanienallee an die Prachtallee, die vor gut hundert Jahren zur Kaserne und heute hin zum denkmalgeschützten Karl-Plagge-Platz führte. Kastanien und die Bäume an der geplanten, überflüssigen Doppelwendeschleife Lichtenbergschule/Musikakademie werden dem Ausbau zum Opfer fallen. Die Wendeschleife soll zwischenzeitlich als Baustofflager für die Baumaßnahmen genutzt werden.
Straßenbahnführung sorgt auch für Verkehrsbeunruhigung im Ludwigshöhviertel
Der Bebauungsplan Ludwigshöhviertel verfolgt das Ziel der Verkehrsberuhigung. Allein der Imagefilm macht deutlich, dass die Straßentrasse das Gegenteil bewirken wird. Sie wird sehr dicht an den Wohnstätten und Hauseingängen vorbeigeführt. Kinder, die gern vor der Haustür spielen, finden hier keinen Spielraum, sondern werden zu den dafür ausgewiesenen Flächen am Siedlungsrand verwiesen.
Die Visualisierung zeigt viel Grün ringsherum und eine Baumgalerie entlang Doppelgleise. Bäume, die in die Oberleitung wachsen seien völlig deplaziert und müssten – wenn sie so gepflanzt werden – wie Spalierobstbäume beschnitten werden.
Die Wald- und Naturschützer, die sich gegen die von der Stadt und der HEAGmobilo geplante und in dieser Form vom Fahrgastverband befürwortete Straßenbahnanbindung aussprechen, haben Alternativen vorgeschlagen: Die einfachste Lösung wäre ein Elektrobus, der das Ludwigshöhviertel mit der Haltestelle Marienhöhe verbindet und im Idealfall auch die Lincoln-Siedlung durchquert. Alternativen wie diese werden längst in anderen Stadtteilen – zum Beispiel in Arheilgen – umgesetzt. Dafür ist keine doppelseitige Rodung des Waldgebietes nötig. Vielmehr würde sie weitsichtig die verbliebene Natur schonen und für die beworbene Beruhigung im Ludwigshöhviertel sorgen. Auch die Verlängerung der Linie 3, allerdings nur bis zum Karl-Plagge-Platz, würde wegen seiner zentralen Lage, die Erschließung des Gesamtgebietes mit Schienenverkehr kostengünstig und vernünftig lösen und vermeidbare Eingriffe ausschließen.
Erfahren Sie mehr zu diesem Thema unter unseren Stellungnahmen >> Ludwigshöhviertel, Cooperstraße und Planstraße A
Im Rahmen der Bürgerehrung der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurden auch zwei unserer Mitglieder für ihr langjähriges Engagement für die Gesellschaft ausgezeichnet. Darauf sind wir sehr stolz!
Über viele Jahre hinweg hat Wolfgang Jakob (rechts) als Kassenwart mit großem Verantwortungsbewusstsein die finanziellen Grundlagen unseres Vereins gesichert und damit maßgeblich zu unserer Stabilität beigetragen.
Manfred Vogel hat sich neben seiner Mitwirkung in unserem Vorstand seit über 30 Jahren im Naturschutzbeirat der Stadt Darmstadt engagiert und sich insbesondere den städtischen Gewässern gewidmet. So wurde von ihm unter anderem unser fortlaufendes Thema initiiert, sich um den Erhalt von Darmstädter Waldbrünnchen zu bemühen.

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und HessenForst laden gemeinsam zur Pflanzaktion in Balkhausen ein
Der Wald liegt idyllisch bei Balkhausen. Hier startet am 21. März 2026 eine gemeinsame Baumpflanzaktion von HessenForst und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. Kreisverband Darmstadt und Kreis Darmstadt-Dieburg. Treffpunkt ist der Naturpark-Parkplatz Talhof. Die Aktion startet um 10 Uhr und wird gegen 12.30 Uhr zu Ende sein. An dem Standort, an dem früher Fichten wuchsen, werden rund 400 Douglasien gesetzt. Die Fläche wurde bereits sorgfältig vorbereitet, sodass die neuen Setzlinge direkt gepflanzt werden können. Ziel der Aktion ist es, den Wald nachhaltig zu stärken und einen Beitrag zum Klima- und Naturschutz zu leisten.
Für die Pflanzung werden noch engagierte Helferinnen und Helfer gesucht. Ob allein, mit Freunden oder als Familie – jede helfende Hand ist willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, vor Ort gibt es eine kurze Einführung. Spaten und weiteres Werkzeug werden gestellt. Handschuhe, zum Beispiel Gartenhandschuhe, und Verpflegung müssen selbst mitgebracht werden. Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten: sdw-dadi@posteo.de.
Die Organisatoren freuen sich über alle, die aktiv mit anpacken und gemeinsam ein Stück Zukunft pflanzen möchten.
SDW lädt am 24. März 2026 ein zum Vortrag von Stefan Lieven, Forstwissenschaftler der NW-FVA
Mit Hochdruck arbeiten Forschende daran, Lösungen dafür zu finden, damit in unserer Region klimastabile Wälder wachsen können. Was ist heute zu tun, damit wir morgen noch Wald haben? Welches Klima herrscht voraussichtlich im Jahr 2070, mit dem der Wald auskommen muss? Werden unsere heutigen Hauptbaumarten in diesem Klima überleben? Aus welchen Arten wird der Wald zusammengesetzt sein? Braucht es neue Baumarten im Wald, die dem auf uns zurollenden Klima trotzen können?
Diesen und weiteren Fragen über die Zukunft der Wälder in unserer Region geht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kreisverband Darmstadt und Kreis Darmstadt-Dieburg (SDW DaDi) am Dienstag, 24. März 2026, um 18 Uhr, im Landratsamt Darmstadt, Jägertorstraße 207, mithilfe von Stefan Lieven auf den Grund. Der Forstwissenschaftler der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen (NW-FVA) wirft in seinem spannenden Vortrag einen differenzierten Blick auf den möglichen Waldumbau. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter www.sdw-dadi.de und www.instagram.com/sdw_dadi/
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald lädt ein zum gemeinsamen Wald-Clean-up zwischen Ludwigshöhviertel und Marienhöhe
Der Winter geht allmählich zu Ende. Frühlingsputz ist angesagt – auch im Wald. Unter dem Motto „Aktion Sauberer Wald. Punkt.“ ruft die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zu einer Clean-up-Aktion auf. Sie findet am Samstag, 28. Februar 2026 im Waldgebiet entlang der Darmstädter Cooperstraße Richtung Ludwigshöhe statt. Treffpunkt ist die Straßenbahnhaltestelle „Marienhöhe“ (Linien 6/7/8/1) an der Heidelberger Landstraße, Ecke Cooperstraße. Die Sammelaktion startet um 10 Uhr und endet mit einem gemeinsamen Snack etwa um 12 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. Benötigte Materialien wie Müllzangen, Handschuhe und Müllsäcke werden vor Ort gestellt. Für eine Warnweste müsste selbst gesorgt werden. Jede helfende Hand zählt – für einen sauberen Wald und eine lebenswerte Umwelt. Weitere Informationen unter: www.sdw-dadi.de und www.instagram.com/sdw_dadi/
Gemeinsam anpacken für die Natur
Ziel der Aktion ist es, den Wald von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien und gleichzeitig das Bewusstsein für den Schutz unserer Umwelt zu stärken. „Der Wald ist ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen und ein Erholungsort für Menschen. Müll im Wald gefährdet nicht nur Tiere, die sich daran verletzen oder ihn mit Nahrung verwechseln können, sondern belastet auch Böden und Gewässer. Kunststoffe zersetzen sich nur langsam und zerfallen dann zu Mikro- und Nanoplastik. Jeder Müll verursacht langfristige Schäden in der Natur. Ein sauberer Wald ist total wichtig für ein funktionierendes Ökosystem und für die Lebensqualität kommender Generationen“, so Christian Schaefer, SDW-Vorstandsmitglied und ehemaliger Leiter des Forstamtes in Hanau.
Gleichzeitig steht der Spaß am gemeinsamen Engagement im Vordergrund: Zusammen draußen aktiv sein, frische Luft genießen, neue Menschen kennenlernen und am Ende gemeinsam etwas bewirkt haben. Und es vermittelt das gute Gefühl, aktiv Verantwortung zu übernehmen.
Neben dieser öffentlichen Clean-up-Aktion sammeln außerdem auf Initiative der SDW DaDi an diesem Tag an drei weiteren Waldstücken in Kranichstein, am Böllenfalltor sowie an der B 42 am Betonwerk die drei Darmstädter Rotary-Clubs.

